Lieblings-CDs

 

Hier sind meine Lieblingsaufnahmen. Unterteilt in zwei Gruppen:

1. Aufnahmen, die ich sehr oft höre. Wenn sie den Langzeittest bestehen, kommen sie vielleicht in Gruppe zwei...

2. Die besten Platten überhaupt. Musik ohne Verfallsdatum, die man jeden Tag hören kann. Viele davon sind fantastisch aufgenommen und lassen mich alles andere vergessen.

 

Angus & Julia Stone

Wenn die Fachpresse fast übereinstimmend etwas gut findet, dann gefällt mir die Musik meist nicht. Es gibt natürlich Ausnahmen: Diese Aufnahme steckt voller Musik, die einfach ins Ohr geht, aber trotzdem auch komplex genug ist, um lange interessant zu bleiben. Wer im Bereich Alternative nach neuen Ideen sucht, wird hier fündig.

London Grammar: If you wait

Von einem Geheimtipp kann man nicht mehr sprechen, dafür wurden die Songs von LG schon zu oft im Privatfernsehen zur Untermalung ihres Fernsehprogramms "benutzt". Guter Musik kann aber auch das nichts anhaben. Und so erfreuen wir uns an einem unerwartet erwachsen und ausgereift tönenden Klangbild.

Daughter: If you leave

Dieses Album überrascht mit Songs, die einen beim Anhören regelrecht in den Bann ziehen und nicht mehr loslassen. Das gekonnte Spiel mit anschwellender Lautstärke und Intensität der Darbietung erzeugt auf einer guten Anlage einen regelrechten Strudel, dessen Faszination ich mich nur schwer entziehen kann. An bestimmten Tagen ist das wie pure Medizin.

William Fitzsimmons: Gold in the Shadow

Man sollte seine Vorbehalte gegenüber Männern mit Vollbart ruhig beiseite legen, sonst geht man an dieser wunderbaren Aufnahme ahnunglos vorbei. Wenn W.F. bei "Fade an then Return" zum Greifen nahe vor einem steht und das Stück langsam Fahrt aufnimmt, entsteht jene Gänsehautatmosphäre, die den Musikliebhaber völlig in ihren Bann zieht. Dazu gesellt sich das vorzügliche Klangbild (als Schallplatte ein Erlebnis), um den Musikgenuss perfekt abzurunden.

 

 

Kathrin Scheer: Rare

So entspannt wie in der Badewanne fühlt man sich beim Anhören dieser CD. Sie klingt sehr ausgewogen, eher direkt als übertrieben räumlich abgemischt und steht auf einem stabilen Bassfundament. Die Titel gefallen mir alle sehr gut, angefangen mit den Straßengeräuschen im ersten Stück, aus denen sich langsam die Melodie entwickelt bis zum Schluss. Pop und Jazz treffen hier zusammen und schaffen eine stilübergreifende Verbindung, die absolut hörenswert ist.

 

 

 

 

Edie Brickell & New Bohemians

Die CDs von Edie Brickell sind gespickt mit genialen Melodien. Bei Stranger Things ist es nicht anders. Man braucht vielleicht zwei Durchläufe, aber dann hat sie es wieder geschafft. Die New Bohemians sind der Garant für ausgefeilte Gitarrenriffs und druckvolle Bass/Schlagzeugbegleitung. Spielfreude pur! Nebenbei gehört bleiben immer einige Passagen im Ohr hängen, bei intensivem Konsum kann man sich ausgiebig den einzelnen Titeln widmen und entdeckt mit jedem Durchlauf neue Facetten.

 

 

Madeleine Bloom: Minutia

Eine Klangzauberin aus Berlin, die ungezwungen mit den verschiedensten Instrumenten, Sounds und Alltagsgeräuschen experimentiert und sie so ganz nebenbei in die Songs einbaut, das ist Madeleine Bloom. Das Album klingt überraschend transparent und dynamisch, keine Spur von "Computerpop". Das ist nach zahlreichen LoFi-Bands, die mir auf Dauer doch nicht so gefallen haben, ein überaus schöner Lichtblick. Hier bekommt man ein modernes Klangbild, das seine Herkunft vielleicht nicht verleugnen kann, aber dennoch organisch und im besten Sinne geschlossen klingt, so soll es sein. Habe ich eigentlich die manchmal fast hypnotisch wirkenden Stimmen erwähnt, die mich immer wieder dazu bringen, das Album noch mal anzuhören...

 

Brendan Perry: Eye of the Hunter

Es lohnt sich wirklich, die alten Hifi-Zeitschriften aufzuheben und nach längerer Zeit mal wieder die Musikempfehlungen zu studieren. Seinerzeit in der "Audiophile" vorgestellt, war in Ermangelung eines Internetzugangs bzw. eines gut sortierten Plattenladens der Kauf nicht möglich. Heute ist das kein Problem mehr und so konnte ich mich schon nach kurzem Hineinhören nicht mehr dieser leicht düsteren Atmosphäre entziehen, die im Wesentlichen von Perrys Stimme in großzügig abgemischten (Klang-) Räumen gebildet wird. Schon der erste Ton lässt das Kopfkino anspringen, der Klang ist sphärisch, mystisch, eindringlich und vor allem nicht zu glatt abgemischt, was der Authentizität zu Gute kommt.

 

Great Lake Swimmers: Ongiara

Nanu, ist hier etwa Neil Young zu hören? Nein, es ist Frontmann Tony Dekker, dessen Stimme auf dieser sauberen, mit großzügigem Hall versehenen Aufnahme so gekonnt zwischen großen Gefühlen, Melancholie und Country-Feeling pendelt. Für das entsprechende Umfeld sorgen u.a. Slide-Gitarren und Banjo. Bei allen Titeln umweht den Hörer ein Hauch von Ferne und großen Weiten. Auch wenn Country nicht unbedingt mein bevorzugte Musikrichtung ist, hier passt einfach alles und vielleicht eignet sich Ongiara als Einstieg in diese uramerikanische Musik.

 

 

Kraan: Psychedelic Man

Wie konnte ich nur die ganzen Jahre diese Band übersehen? Ist mir ein Rätsel... Was jedenfalls dazu führte, daß ich gleich drei Alben kaufen musste, weil mir der Kraan-Sound dermaßen gut gefällt. So ganz kann ich es nicht einordnen; Jazz, Rock, Funk, Fusion usw. gepaart mit einer ungeheuren Spielfreude . Daß die Herren allesamt im besten Alter sind und so spielerisch mit aktuellen Sounds umgehen ist umso beeindruckender. Man kann sich bei Kraan auf einen entspannten, offenen Klang mit einprägsamen Melodien freuen. Der Bass von Hellmut Hattler drückt und schiebt wenn es sein muss ganz gewaltig und bildet mit Jan Frides Schlagzeug eine wunderbare Einheit. Peter Wolbrandts Gitarre kann auf diesem grandiosen Fundament ihre ganze Soundpalette ausschöpfen.

 

 

Fat Freddys Drop: Based on a true Story

Wenn die Neuseeländer von Fat Freddys Drop loslegen, gibt es kein Erbarmen für die Tieftöner. Beim ersten Anhören habe ich mich mit der Lautstärke etwas verschätzt und war sprachlos, was da für ein fetter Bass aus den Membranen gedrückt wird. Hier gibt es Reggae-Rhythmen, die so relaxt daherkommen, daß es die wahre Freude ist. Auch nach mehreren Durchläufen ist der Hörspaß ungetrübt, was nicht jede Musik dieses Genres schafft. Tip: Einen beliebigen Cocktail bzw. Longdrink mixen, die Anlage aufdrehen und einfach nur genießen.

 

Keren Ann

Hier ist eine schöne Platte für den Herbst. Keren Ann singt, unterstützt von teilweise sehr großzügig eingesetztem Hall, wunderschöne Lieder, die von einer hervorragenden Band begleitet werden. Hier hört man alte Gitarren-Combos, eingängliche Bassläufe und dazu die weiche, aber doch sehr präsente Stimme von Keren Ann. Die CD wurde von Bob Ludwig gemastert, was natürlich die Erwartungen an den Klang hochschraubt und man wird kaum enttäuscht. Der Mix ist lediglich etwas zu stark komprimiert; Wenn man es positiv betrachtet, bleibt also auch beim Leisehören genug über und das Klangbild fällt nicht in sich zusammen.

 

 

 

William Orbit: Hello Waveforms

Das Neueste vom Groove-Meister. Er hat es einfach drauf. Auch wenn er sich hier und da mal selbst zitiert (einige Baßläufe z.B.), es entstehen immer höchst reizvolle Themen. Er lädt bekannte Musiker zu einem Gastspiel ein (u.a. Sugarbabes) und produziert super entspannte Titel, von denen gerade die Instrumentalstücke sofort mein Kopfkino einschalten und einen imaginären Film vor meinem geistigen Auge ablaufen lassen.

 

 

  

  

 

Rickie Lee Jones: Pop Pop

Dieses rein akustisch aufgenomme Album bietet RLJ in Reinkultur. Sparsam arrangiert kommt ihre Stimme hervorragend zur Geltung. Ja man glaubt manchmal, sie stünde mitten im Raum. Es macht einfach Spaß, eine so intime Aufnahme anzuhören. Feinste Atemgeräusche sind wahrnehmbar und dieser enorme Variantenreichtum in ihrer Stimme fesselt mich regelmäßig vor der Anlage.

 

 

 

 

  

Paul Simon: The Rhythm of the Saints

Eine CD mit unglaublicher Atmosphäre. Schon nach den ersten Takten ist man nicht mehr in seinem Zimmer, sondern irgendwo in Südamerika. Dieser Traum endet tatsächlich erst, wenn das letzte Stück ausklingt und die vertrauten Umgebungsgeräusche einen ohne Gnade in die eigenen vier Wände zurückholen.

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