Der B.M.C. PureDAC (im Vergleich mit dem Cambridge Dacmagic)

Die Frage, ob man für mehr Geld auch einen adäquaten Klangzugewinn bekommt, ist besonders im High-End manchmal schwer zu beantworten. Und genau so grübelte ich an der Frage, als ich einen Nachfolger für den Dacmagic suchte. Besonders lang musste ich aber nicht suchen; Schon nach einigen Tagen und dem Studium diverser Testberichte stand meine Entscheidung fest: Der PureDAC von B.M.C. soll es sein.

Die technischen Daten machten mich sofort neugierig, ist doch Carlos Candeias maßgeblich für die Entwicklung des Gerätes verantwortlich. So wie schon beim C.E.C. TL5100Z kommt hier ein Digitalfilter mit kurzem Vor- und Nachschwingen (Ringing) zum Einsatz. Für eine präzise Impulswiedergabe ist also schon mal gesorgt. Ganz nebenbei: Im Stereoplay Test wird der durch diesen Filtertyp bedingte Höhenabfall am PureDAC kritisiert, beim T+A MP 3000 HV mit der gleichen Filterkurve wird dessen mustergültiger Verlauf gelobt.

Überhaupt scheint man in den Fachzeitschriften dem Digitalfilter nicht mehr die große Bedeutung zukommen zu lassen wie in früheren Zeiten. Im Zweifelsfall muss der Kunde zwischen verschiedenen Varianten wählen, was für eine Quälerei! Für mich sollte ein Gerät eine Klangabstimmung haben und nicht mehrere, können sich die Entwickler nicht einfach einigen?

Der Ansatz von Candeias, das Originalsignal nicht durch Upsampling zu verändern, sondern so wie es ist zu wandeln, stellt für mich den einzig richtigen Weg dar.

Jetzt komme ich direkt zum Vergleich von Dacmagic und PureDAC: Der Cambridge wandelt intern alle Signal auf 192/24, was jeder Musik einen gewissen Stempel aufdrückt. Und dieser Stempel bzw. dieses Raster, in das alles gepresst wird, hat doch so manche Mängel. So sind mir einige 88/24 Aufnahmen ("North" von Elvis Costello und Manu Katchè mit gleichnamigem) einfach nur auf die Nerven gegangen. Digitales Unwohlsein, ohne dass ich die Ursache verstehen konnte.

Bis jetzt, denn der PureDAC geht hier seinen eigenen Weg und läßt mich plötzlich erkennen, dass das (bei vielen Geräten übliche) Upsampling wohl der Grund allen Übels ist: Aufgeblasene, durch ungenaues Upsampling "verzerrte" Klangbilder, die mit dem Original nicht mehr viel gemeinsam haben.

War damals beim Cambridge der Klang in Ordnung und ohne offensichtliche Fehler (aber auch ohne Highlights zu bieten), so kann ich jetzt sagen, dass der B.M.C. jede Aufnahme einzigartig klingen lässt. Genau das ist doch High-End und so muss ich dem Cambridge an dieser Stelle den Vorwurf machen (zumindest in Verbindung mit einem Musikserver als Quelle), dass er Feinheiten unterschlägt.

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Übertragen in den optischen Bereich würde es bedeuten, jedes Bild der Kamera auf z.B. 40 Megapixel zu interpolieren und automatische Farbkorrekturen anzuwenden. Sicherlich werden einige Bilder imposant aussehen, wenn die Automatik mal ins Schwarze trifft, aber meine ursprüngliche Intention wird nicht mehr umgesetzt. Wie auch, es passiert ja ungefragt. Das ist Upsampling!

Noch ein Erlebnis: Als ich nach langer Zeit meinen guten alten Thorens TD166 wieder zum Leben erweckte, spielte er aus dem Stand heraus den Cambridge an die Wand! Nicht durch akribische Details oder besonders ausgeprägte Bässe, sondern durch einen musikalischen Fluss, der mir mit Digitalalektronik nicht denkbar erschien.

Auch hier glänzt der PureDAC, bietet einen musikalischen Fluss, der für mein Empfinden analoge Qualitäten besitzt.

Der (symmetrische) Kopfhörerausgang des PureDAC ist sehr gut. Ich habe meinen Beyerdynamic DT880 auf symmetrischen Betrieb umgebaut (einseitige Kabeleinführung beibehalten, Neutrik NEUTRIK NC4 MXX-B / NEUTRIK NC4 FXX-B für Adapter) und staune jetzt jeden Tag, wie gut Musik über Kopfhörer klingen kann.

Fazit:

Das Preisschild schreckt anfangs vielleicht ab (dabei gibt es noch den UltraDAC...), aber es ist wie immer im Leben:

Für einen moderaten Preis tätigt man Vernunftkäufe, aber letztlich wird man damit nicht glücklich. Das teure Gerät ist in Wahrheit das günstigere, da man viel länger Freude hat. Der PureDAC fällt in diese Kategorie, bietet eine sehr gute Verarbeitung, einen hervorragenden Kopfhörerverstärker, Hochbitfähigkeiten für alle Standards (auch DSD), asynchronen USB-Betrieb, eine praktische Fernbedienung und das gewisse High-End Flair.

Kritikpunkte:

Es gibt unter Windows Probleme mit der Erkennung des Wandlers beim Hochlauf. Ein Hardwareupdate für die XMOS USB-Platine ist seit kurzem verfügbar. Vor dem Kauf sollte man sich erkundigen, ob das Gerät evtl. betroffen ist. Dafür reicht es aus, dem Hersteller die Seriennummer zu schicken. Nach dem Update wird der Wandler meistens erkannt, jplay wechselt aber manchmal auf andere Einstellungen, als ob die Erkennung verzögert erfolgen würde.